Private Krankenversicherung
Private Krankenversicherung - Versicherungsvergleich
Was ist eigentlich einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einer Kraftfahrzeugversicherung und einer Krankenversicherung? Nun – es gibt viele Differenzierungen – einer der markantesten Unterschiede liegt aber in der Schadensabwicklung. Es gibt bislang wohl kaum eine KFZ-Versicherung, die dem Versicherten vorschreibt, in welcher Werkstätte er sein Fahrzeug reparieren lassen darf, ob nur der Meister oder auch der Lehrling an seinem Vehikel die Hand anlegen darf, ob sein geliebter Untersatz alleine oder zusammen mit anderen Fahrzeugen in der Werkstätte steht und wie hoch maximal die Reparaturkosten sein dürfen.
Bei der privaten Krankenversicherung kann dies völlig anders sein. So mancher Versicherer schreibt seinen Patienten vor, in welche Klinik sie sich zwecks „Schadenbehebung“ – will heißen: Behandlung – begeben müssen. Da werden schon mal Kurkliniken oder Reha-Zentren bzw. sogenannte Gemischtanstalten ausgeschlossen, weil diese teurer sein können als die Uniklinik von nebenan. Nicht jede Werkstätte steht also dem Kranken offen. Und ob sich der Meister oder der Lehrling an seinem Krankenbett einfindet, entscheidet oft der gewählte Tarif – Stichwort: Chefarztklausel. Was für das Vehikel die Einzelgarage in der Werkstätte wäre, ist für den Patienten das Einbett- oder Zweibettzimmer. Auch das ist im PKV-Tarif wählbar, kostet aber extra. Die möglichen Leistungseinschränkungen oder Leistungsverbesserungen sind bei Hunderten von Krankenversicherungstarifen für den einzelnen Kunden nicht zu überschauen – zumal viele Details in nur für Profis verständlichen Formulierungen versteckt sind.
Da wird rasch klar, dass ein Fachmann benötigt wird, der die eigenen Wünsche und Erfordernisse an einen individuellen Krankenversicherungstarif aufnimmt und in das Versicherungsdeutsch übersetzt. Und der dann mit Hilfe dieses Anforderungskataloges die richtigen Tarife findet. Bei in etwa gleichen Leistungszusagen – so wird der Kunde überrascht feststellen – gibt es zwischen den zahlreichen privaten Krankenversicherern erhebliche Prämienunterschiede. Ein paar Hundert Euro pro Jahr sind hier fast immer möglich. Der Versicherungsvergleich über den Fachmann ist da schon eine hilfreiche Selektion, um den Versicherer mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden. Bis hierhin können prinzipiell auch Tarifvergleiche aus dem umfangreichen Internetangebot genutzt werden. Für die Feinjustierung ist aber praktisch immer der zusätzliche Rat eines Fachmanns erforderlich, weil nämlich nicht immer der preiswerteste Tarif mit dem besten Leistungsumfang auch auf lange Sicht für den Kunden von Vorteil ist. Reinen Online-Billig-Tarifen („Krankenversicherung ab 1,90 Euro pro Tag“) sollte man mit einem gesunden Misstrauen begegnen – nicht unbedingt weil diese Tarife schlecht sind, sondern weil sie vielleicht nicht zum individuellen Bedarf passen und/oder weil sie in der Zukunft stark ansteigen könnten.
Tarife mit Selbstbehalten sind zum Beispiel oft beitragsstabiler, weil die Patienten in diesen Tarifen natürlich auch zur Kostenreduzierung motiviert werden – der Krankenversicherungsexperte kennt solche besonders empfehlenswerten Selbstbehalt-Tarife. Er weiß darüber hinaus auch, welches Versicherungsunternehmen seit Jahren beitragsstabile Tarife anbietet und nachhaltig wirtschaftet, er kennt die Finanzstärke der privaten Krankenversicherer. Letztere ist entscheidend, wenn es darum geht für den Kunden abzuschätzen, wie sich seine Prämien in der Zukunft entwickeln könnten. Die Sorge, dass die Prämien in unbezahlbare Sphären aufsteigen könnten, ist bei finanzstarken Versicherern in der Regel unbegründet wie Vergleiche aus der Vergangenheit zeigen. Was darüber hinaus viele Kunden nicht wissen: Notfalls bieten Krankenkassen einen Standardtarif an, der praktisch immer bezahlbar bleibt und dessen Leistungen dann mindestens das Angebot der gesetzlichen Krankenkassen umfassen. Tiefer fallen kann man also durch Wechseln in einen Privattarif nicht, stattdessen ist eine erhebliche Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten und eine höhere Ausstattung mit Hilfsmitteln im Bedarfsfalle gegeben.
Verbraucherverbände weisen immer wieder darauf hin, dass die Entscheidung für eine private Krankenversicherung eine Entscheidung für das Leben ist. Das ist sicherlich richtig und umso wichtiger sind entsprechende Versicherungs- und Tarifvergleiche. Viele Patienten wünschten sich, sie wären mit ihrem Jahreseinkommen über der Beitragsbemessungsgrenze gelegen und hätten sich privat versichern können. Das sind häufig Patienten, die an Krebs erkrankt waren. Sie haben die bittere Erfahrung gemacht, dass bestimmte medikamentöse Behandlungen nicht von der Krankenkasse anerkannt und bezahlt werden. Oft stellen sich rasche und gute Erfolge bei der Krebstherapie nur durch einen Mix verschiedener Medikamente ein. Fehlt ein Medikament, so kann dies die Heilungschancen und –geschwindigkeit erheblich beeinflussen. Gesetzlich Versicherte entscheiden sich deswegen immer öfter dafür, die zusätzlichen, nicht von der gesetzlichen Kasse getragenen Kosten, selbst zu übernehmen: Da können rasch 30.000 oder 40.000 Euro in zwei, drei Behandlungsjahren anfallen. Wer also auf der einen Seite vor wachsenden Prämien in der privaten Krankenversicherung warnt, der sollte auch vor dem Leistungsverfall und den damit verbundenen Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung waren. So oder so wird eine gute Behandlung in Zukunft teurer werden und kommen auf den Patienten höhere Kosten zu. Umso wichtiger sind die richtige Auswahl des Krankenversicherungstarifs und die Feinjustierung über einen ausgewiesenen PKV-Experten.
Wer dennoch den Schritt, in die Private Krankenversicherung zu wechseln, scheut, der sollte sich einmal die Option einer Dread Disease Police ansehen. Sie zahlt im Falle bestimmter, schwerer Erkrankungen einen Einmalbetrag zur freien Verwendung. Auch damit kann sich ein Patient dann bessere Leistungen erkaufen – immer öfter entscheiden solche Zusatzleistungen über eine rasche Genesung, manchmal sogar über Leben oder Tod.
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